Copa América : Tahiti hauchdünn bei der Qualifikation zur WM 2006 gescheitert !!!

Ein tolles Erlebnis für die Schüler und Schülerinnen der ERS Wadern

Nach einer langen Warte- und Vorbereitungszeit war es soweit: Vom 23. – 25. September 2005 trafen sich knapp 57 Schulen tals Botschafter ihrer WM – Länder in Stuttgart, um die Qualifikation für Nord- und Südamerika sowie Ozeanien, die „Copa América". auszuspielen.

wm006.jpg (101400 bytes)Das Team der Erweiterten Realschule Wadern mit Julia Schmidt, Desiré Hesse, Angelina Staudt, Florend Ljalja, Tobias Lorig und Florian Meier, betreut von ihrem Lehrer Werner Feid, machte sich bereits am Freitagmorgen auf den Weg nach Stuttgart. Die Reise führte mit dem Bus nach St. Wendel und anschließend mit dem Zug über Mainz und Mannheim nach Stuttgart. Schon auf der Hinreise stiegen immer mehr Nationalteams hinzu, man konnte schon erste Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen.

Das Besondere an diesem Fußballturnier waren die Rahmenbedingungen: es ging neben dem Endergebnis auch um den Fair - Play Gedanken!

Vor dem Spiel mussten sich alle Spieler der beiden Mannschaften mit den sogenannten Spielbeobachtern (Teamern ) auf drei bestimmte Fair - Play Vereinbarungen verständigten, an die sie sich während des Spiels halten wollten. Ein Nationalteam bestand aus 2 Mädchen und 2 Jungen sowie einem Mädchen und einem Jungen als Auswechselspieler, wobei fliegend gewechselt werden konnte. Ein besonderer Anreiz war die „Mädchenregel": Eines der Mädchen im Team musste im Laufe des Spielverlaufs ein Tor schießen, damit die Tore der Jungen zählten.

Nach dem Spiel trafen sich beide Teams wieder am Spielfeldrand in der markierten Dialogzone und beurteilten selbst, inwieweit sie ihre selbst aufgestellten Regeln

eingehalten hatten, bewerteten das Spiel und verteilten sowohl bis zu drei Fair-Play Punkte als auch bis zu drei Spielpunkte für Sieg, Unentschieden und Niederlage.

Noch am Abend des Anreisetages gab es die spannende Gruppenauslosung, bei der insgesamt neun 5-er Gruppen und drei 4-er Gruppen zusammengelost wurden. „Hoffentlich kommen wir nicht mit Brasilien oder Argentinien in die Gruppe. Da haben wir bestimmt keine Chance und fliegen gleich raus!" meint Tobias und drückt ganz fest die Daumen. Endlich wurde das Nationalteam Tahiti, die Mannschaft der Erweiterten Realschule Wadern, aus dem Lostopf gezogen. Es bildet nun zusammen mit Neukaledonien (Deutsch–Französisches Gymnasium, Saarbrücken), Ecuador (Steinwald–Schule, Berlin), Venezuela (Ganztagsschule Franz von Assisi, Ilmenau) und Paraguay (Astrid–Lindgren Schule, Ulm) die Gruppe 9. Voller Spannung fieberten wir nun dem ersten Turnierspiel am folgenden Tag entgegen.

Im ersten Spiel trafen nun die Nationalteams aus Tahiti und Neukaledonien aufeinander. In diesem rein saarländischen Auftaktderby musste sich Tahiti mit 3:5 geschlagen geben. Schnell verschwand nun die Nervosität und die zahlreichen Zuschauer an den Street–Soccer–Courts konnten eine tolle Spielfreude beobachten. Im zweiten Spiel gegen Paraguay gelang dann ein 4:4 Unentschieden . Obwohl dieses Spiel nach Toren mit 4:1 klar von Tahiti gewonnen werden konnte, erhielt das Team aufgrund der „Mädchenregel" nur zwei Spielpunkte für das Unentschieden und zwei Fairplay-Punkte. Die beiden nächsten Spiele gegen Venezuela und Ekuador konnten die Tahitianer dann jedoch klar mit 4:1 und 5:2 nach Toren und jeweils 5:3 nach Punkten klar für sich entscheiden. Dabei wurden die so wichtigen Mädchentore von Angelina, Julia und Desiré sehr früh erzielt, wobei Florend, Tobias und Florian sehr uneigennützig die drei Mädchen ins Spiel brachten.

Das nach Punkten unentschiedene Spiel gegen Paraguay stellte sich nun in der Platzierung der Gruppe 9 als entscheidend heraus. Mit einem Punkt Rückstand auf den Tabellenzweiten Paraguay belegte das Nationalteam Tahitis nun den 3.Platz und war lediglich für die Trostrunde qualifiziert.

In der Trostrunde konnten nun Surinam (Theodor-Heuglin-Schule, Dietzingen) und Costa Rica (Friedrich-Ebert-Schule, Luckenwalde) jeweils klar mit 6:4 geschlagen werden. Gegen Nicaragua (Städtische Schule, Neubrandenburg) machte sich nun auch deutlich der Kräfteverschleiß im siebten und letzten Spiel bei den Spielern und Spielerinnen der Erweiterten Realschule Wadern bemerkbar und es reichte nur noch zu einem 4:4 Unentschieden, was abermals den Zweiten Gruppenplatz einbrachte.

Nach einem langen und kräftezehrendem, aber einem tollen und sehr heissen Spätsommertag ging das Turnier dann gegen 19.00 Uhr seinem Ende entgegen. Eine schillernde Umrahmung fand anschließend die Abschlussfeier mit der Siegerehrung in den vielfältigen Musik- Gesang- und Tanzbeiträgen der teilnehmenden Schulen, was bei allen Teilnehmern wohl einen lang andauernden Eindruck hinterlassen wird.

Das tolle Wetter und die unvergessliche Atmosphäre auf dem Stuttgarter Trendsportgelände mit Kletterwänden, Inline- und Skateboard–Bahnen, Beachvolleyballcourts, Kletterwand, rotierender Torwand und vielen weiteren Sport- und Spielmöglichkeiten ließen die drei Tage zu einem unvergesslichen Erlebnis werden! Und nach einer weiteren langen und unruhigen Nacht war am Sonntag die gute Laune rechtzeitig zur Rückfahrt wieder zurückgekehrt!

„Das war ein schönes Erlebnis. Bei der WM 2010 machen wir wieder mit und vielleicht klappt es dann besser und wir qualifizier uns," sagte Florend auf der Heimreise und Angelina meinte: „Wenn die Mädchen besser ins Spiel kommen und mehr Tore schießen, klappt das sicherlich. Da müssen wir dann mehr auf die kleinen Länder aufpassen, denn Neukaledonien und Tahiti haben eigentlich besser abgeschnitten als Brasilien und Argentinien. Die Amerikanischen Jungferninseln haben die Copa América sogar gewonnen und die hatte auch keiner auf der Rechnung." „Vielleicht sollten wir auch unserem Bundestrainer Jürgen Klinsmann einmal eine E-Mail schreiben und ihm das sagen, damit er nicht mit der unserer Nationalmannschaft über einen Fußballzwerg wie Tahiti stolpert!" ergänzte Tobias fachmännisch.