Präsentation einer Erfolgsgeschichte

Schüler der Graf-Anton-Schule Wadern stellen die Ergebnisse ihrer Praktikumserfahrungen in einer Feierstunde vor.

prakt-12-01.jpg (321839 bytes)Nach mehrmonatigem Tagespraktikum (BoDo) und einem dreiwöchigen Betriebspraktikum luden die Praktikanten zur Präsentation in die Sporthalle der Graf-Anton-Schule. Es kamen zahlreiche Unternehmensvertreter und Eltern, Schulleitung und Lehrer. Insbesondere die Eltern und die Betreuer zeigten sich beeindruckt von den mit viel Sachverstand und Engagement erstellten Dokumentwänden und Portfolios. Humorvoll, mit ein wenig Lampenfieber, aber auch selbstbewusst führten Schüler aus allen beteiligten Klassen typische Arbeitsabläufe aus ihrer Praktikumszeit vor. Nina Klesen, 9b, gestaltete und erläuterte ein Blütenarrangement in Dekoschale. Lukas Schnepp, 9a, unterstützte seinen Bildvortrag zur Verwandlung eines Stahlquaders in einen Würfel mit Beweisstücken aus seinen Probearbeiten, wobei er seine Zuhörerschaft mit seinem launigen, freien Vortrag begeisterte. Julian Glunz führte zusammen mit Selina Schröder (8c) mit einem Kurzfilm sowie einem Interview in ihre Schnuppertage als Tischler ein. Ebenso anschaulich gestalteten sich die Erläuterungen von Mike Sauer, 9b, zur Herstellung einer Lupe und einer Brille. Dass auch der Beruf der Restaurantfachfrau für junge Leute attraktiv ist, wusste Michelle Weiß aus der Klasse 8d zu berichten.

Während sich die Hauptschulklassen des 8. und die Realschulklassen des 9. Schuljahres mit drei Wochen Praktikum begnügen mussten, konnten die Hauptschüler des Abschlussjahrganges auf eine über mehrere Monate aufgeteilte Arbeitserfahrung zurückblicken. Jeweils einen Wochentag, den sogenannten berufsorientierten Donnerstag, kurz BoDo, durften sie ihren Wunschberuf ganz praktisch erfahren und sich nebenbei auch als künftiger Auszubildender empfehlen. Wenn dies auch nicht Sinn und Ziel des Praktikums ist, so ist es doch eine höchst erfreuliche Nachwirkung. Etliche Schüler der Graf-Anton-Schule haben bereits auf diesem Weg ihren künftigen Lehrherrn gefunden, weil sie Gelegenheit hatten, im Praktikum auf ihre Qualitäten aufmerksam zu machen. Lukas Hoffmann und Melina Massion, 9c, stellten in ihrem Vortrag die Berufe vor, die sie im BoDo kennen lernen durften. Lukas Aatz, 9d, fragte in seinem Vortrag danach, was ein Bewerber alles unternehmen muss, um an die begehrte Ausbildungsstelle zu kommen.

prakt-12-02.jpg (306647 bytes)In seiner Begrüßungsansprache dankte der Rektor der Graf-Anton-Schule, Ferdinand Heyer, den betreuenden Unternehmen, die sich seit vielen Jahren vorbildlich für die jungen Menschen der Region engagieren. Indem sie Praktika zur Verfügung stellen, übernehmen sie soziale Verantwortung, gestehen den Jugendlichen zu, dass sie im üblichen Geschäftsbetrieb an die Arbeit herangeführt und eigens betreut werden. Aber auch für die Betriebe lohnt diese Bildungsarbeit. Denn so sind sie ganz nah dran an den jungen Menschen, die sie irgendwann als Arbeitnehmer für ihr Unternehmen brauchen.

Herr Erik Bier, Lehrer und organisatorischer Leiter der Praktikumsphase, evaluierte in seiner Rede die Ergebnisse der gesammelten Erfahrungen. Er hatte jeden Schüler einen Fragebogen ausfüllen lassen. Die Auswertung zeigte eine außerordentlich hohe Zufriedenheit der Betriebspraktikanten mit den Betrieben. Fast alle Schüler fühlten sich gut betreut, 70 % sogar sehr gut. Eine Mehrheit konnte sich überdies vorstellen, eine Ausbildung in dem Betrieb anzustreben. Alle Beteiligten sehen diese Art der Berufsorientierung während der Schulzeit als Erfolgsgeschichte oder neudeutsch „Win-win-Situation". Betriebe gewinnen Einblicke in das Leben der Heranwachsenden und finden zukünftige Mitarbeiter, Schüler gewinnen an Erfahrung, bereiten sich auf das Erwerbsleben vor, Eltern erleben Kinder, die durch ihre Teilnahme am Arbeitsleben reifer und selbstbewusster werden und Lehrer, die immer wieder in die Betriebe gehen, um ihre Schüler zu betreuen, gewinnen in interessanten Gesprächen mit den Vertretern unterschiedlichster Berufe wertvolle Erkenntnisse, die dann in die Schularbeit einfließen können. Das „System Schule" gewinnt durch seine Öffnung in die reale Wirtschaft und die Gesellschaft an Möglichkeiten der Vernetzung.