Hier wird die Demokratie gelebt
Die „Graf-Anton-Schule Wadern" ist 21. saarländische „Schule ohne Rassismus"

WADERN „Die Erweiterte Realschule Wadern hat jetzt allen Grund, stolz zu sein, zum erlesenen Kreis der Schulen ohne Rassismus zu gehören", sagte Bildungsminister Klaus Kessler. und überreichte die Auszeichnung Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.

Anlass war die Auszeichnung zur „Schule ohne Rassismus -Schule mit Courage" als 21. Bildungsstätte dieser Art im Saarland. Wie Kessler betonte, richtet sich das Projekt der Schüler gegen alle Formen der Diskriminierung, gegen Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz Andersdenkenden gegenüber. Es ginge darum, selbst aktiv zu sein und seinen eigenen Beitrag innerhalb einer demokratischen Gesellschaft zu leisten. Dazu forderte der Minister: „Gewalt darf in dieser Gesellschaft keinen Platz haben".

Nicht ohne Stolz bekannte Schulleiter Ferdinand Heyer: „Es ist die erste Schule im Kreis Merzig-Wadern, die sich dieses Prädikat erarbeitet hat". Nach seinen Worten sei dies das Ergebnis einer ständigen, guten Zusammenarbeit auf Kreis- und Stadtebene, bis in die Schulen hinein.

Immer wieder Mut und Toleranz zeigen

„Wir dürfen nicht aufhören, Grenzen abzubauen, Mut zu zeigen und Toleranz zu üben", sagte Heyer vor zahlreichen Gästen. Ganz besonders freute er sich über die bundesweite Auszeichnung „Ort der Vielfalt". Konrad Pitzius, erster Kreisbeigeordneter, machte die Anstrengung deutlich, die der Landkreis zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus unternimmt. Das Familienministerium habe die Arbeit vor Ort mit 340 000 Euro aus Bundesmitteln unterstützt. Das seien sinnvoll angelegte Mittel im Bereich der Jugendbildungs- und Jugendsozialarbeit, betonte Pitzius.

Aus dem Landkreis habe man in den vergangenen drei Jahren rund 45 interessante Angebote auf den Weg gebracht. „Durch diese Projekte wurden bis heute mehr als 14 000 Personen, darunter Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund, erreicht", so der Kreisbeigeordnete. Sein Lob galt der erfolgreichen Zielsetzung an der Graf-Anton-Schule: „Hier wird Demokratie in all ihren Facetten tagtäglich gelebt".

In der knapp zweistündigen Veranstaltung begeisterten die Schüler mit Musikbeiträgen, kleinen Theaterstücken und einer Rap-Show. Durch das Programm führte Landesjugendkoordinator Dr. Burkhard Jellonek. Die Patenschaft der „Schule ohne Rassismus" haben die Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und der Musiker Max Busso, der als ehrenamtlicher Projektleiter tätig ist, übernommen.

(Wochenspiegel vom 15.12.2010, Text u. Foto: wag)