SchulKooperation im Hochwald bietet Schülern neue Möglichkeiten

Absolventen der Graf-Anton-Schule in Wadern können seit diesem Schuljahr am Hochwald-Gymnasium ihr Abitur machen, ohne die Schule zu wechseln. Dies ermöglicht eine Kooperation, welche die Verantwortlichen gestern besiegelten.

Wadern. Während der Applaus abklingt, legt Anke Rehlinger ihre Hände auf die Schultern von Ulrich Commerçon. Saarlands Wirtschaftsministerin und der Bildungsminister (beide SPD) scherzen und lachen, gelöst wirkt die Stimmung in der Mediothek im Hochwaldgymnasium (HWG) in Wadern.

Am meisten Grund zur Freude haben aber die Schüler im Hochwald. Viele von ihnen können nun nach dem Realschulabschluss Abitur machen und können dabei zusammenbleiben. Möglich macht das eine Kooperation des Hochwald-Gymnasiums, der Graf-Anton-Schule und des Berufsbildungszentrums (BBZ) Hochwald. Diese Zusammenarbeit läuft schon seit Beginn des Schuljahres, doch gestern wurde sie amtlich – durch die Unterschriften der Schulleiter und Minister.

Die Graf-Anton-Schule, eine Gemeinschaftsschule im Aufbau mit auslaufendem Realschulzweig, profitiert besonders davon. „Wir hatten für viele Schüler kein Angebot nach der zehnten Klasse. Jetzt können die Absolventen mit mittlerem Bildungsabschluss auch mit nur einer Fremdsprache in eine G9-Klasse aufgenommen werden und Abitur machen. Dazu müssen sie in eine Eingangsklasse am Hochwald-Gymnasium, welche die Schüler in die gymnasiale Oberstufe einführt. Auch HWG-Schüler können diese Klasse besuchen. In der Hauptphase der Oberstufe werden die Schüler aus der Eingangsklasse und die G8-Klassen des Gymnasiums gemeinsam unterrichtet“, sagt Schulleiter Ferdi Heyer. "Es ist die erste Kooperation in dieser Form im Saarland. Es ist keine Entscheidung gegen einen einzelnen Schultyp, sondern eine Ergänzung. Denn jeder Schultyp hat seine Vorteile“, sagt Commerçon.

Sobald die Graf-Anton-Schule vollständig in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt wird, können die Schüler, die in die Oberstufe des Hochwald-Gymnasiums wechseln, in ihrer Klasse bleiben. „Ein großer Vorteil“, erklärt Heyer. Schüler des alten Realschulzweigs müssen noch auf das HWG wechseln. Dabei soll es möglich sein, Lehrer von Schule zu Schule zu verschieben. Momentan sind 19 Schüler in der Eingangsklasse. Über die Hälfte kommt von der Graf-Anton-Schule. Die Übrigen sind Abgänger von den Realschulen Weiskirchen, Schmelz und Hermeskeil.

Im Interesse des Berufsbildungszentrums sind am Hochwald-Gymnasium weitere Fächer vorgesehen. Sofern Lehrkräfte dafür vorhanden sind, könnten in Zukunft auch Fächer wie Wirtschaft, Informatik oder Technik angeboten werden. So soll der Einstieg in den Beruf erleichtert werden. Auch gemeinsame Schnuppertage und Projekte der drei Schulen sind in Planung.

((Saarbrücker Zeitung, Veröffentlicht am 06.02.2014) )