Das Netz vergisst nichts

Zu einem sicheren Umgang mit den Möglichkeiten des weltweiten Netzes wurden auch in diesem Jahr wieder mehrere Klassen der Graf-Anton-Schule Wadern geschult. Nicole Nüttgens von der Landesmedienanstalt konnte als Expertin für das Projekt gewonnen werden.

Die Anwendungsmöglichkeiten von Handys, Tablets und Co. werden immer vielfältiger und raffinierter. Wir erleben sie als etwas Selbstverständliches, als Normalität im Alltag. Sie gehören zu unserem Leben dazu. Denn sie machen es bequemer, kommunikativer, spannender.
Wie weit kennen sich Kinder und Jugendliche im Dickicht dieses Netzes aus? Die technischen Anwendungen sind mit etwas jugendlicher Neugier rasch erfasst. Und sie werden ebenso schnell wie unbedacht auch intensiv genutzt. Und die AGBs? Was ist das denn?
Die Expertin führt die Kinder zu diesen ominösen AGBs. Erst wird aufmerksam gelesen, doch nur, bis der Erste scrollt und den vollen Umfang dieses Textes erkennt. Das kann man sich doch nicht antun! Macht man auch nicht, man setzt sein Häkchen und fertig. Fertig mit den Nerven ist man dann allerdings, wenn die allgemeinen Geschäftsbedingungen irgendwo einen kleinen Vertrag beinhalten, für den man dann nach einer gewissen Nutzungsdauer bezahlen darf, oder wenn man alle Rechte an seinen Bildern über diese AGB abgibt. Man meint, das kann nicht sein. Ist aber so.
Unternehmen wie Google u.a. sind keine wohltätigen Veranstalter, sie verdienen ihre Millionen mit unserem Leichtsinn. Zur Veranschaulichung wurde den Schülern der Plan einer U-Bahn gezeigt: Wenn wir der Hauptbahnhof sind, laufen von uns aus alle Informationszüge raus in die Welt. Viele Stationen verknüpfen alles, was wir eingeben, speichern es – meist auf amerikanischen Großrechnern und verkaufen es an die Industrie. Wenn ich mir auf Google Seiten von Anbietern für Unterwäsche anschaue, erhalte ich postwendend auf meiner Facebookseite Werbung für Unterwäsche von den verschiedensten Anbietern. Meine Eingaben wurden also schlicht verkauft. Will ich das?
Richtig schlimm wird es, wenn Daten zu Mobbing oder Erpressung genutzt werden. Die spektakulärsten Fälle sind den Kindern inzwischen bekannt. Jemand verliert sein Handy, ein anderer findet es oder es wird gehackt. Man sollte ruhig einmal nachsehen, welche und wie viele Bilder man gespeichert hat – nicht nur von sich selber, sondern auch von der Familie und Freunden. Bilder verschwinden nie mehr aus dem Netz. Ein guter Tipp von Nicole Nüttgens lautet daher: Verschicke und speichere nur Bilder, die du auf einem Plakat auch an die Außenwand der Schule hängen würdest.
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