Exkursion der Klassen 9 zu den Gedenkstätten von Verdun

Nach dem sich die Schüler des Jahrgangs 9 der Graf-Anton-Schule intensiv mit den Ursachen, dem Verlauf sowie den Folgen des Ersten Weltkrieges (1914-1918) beschäftigten, folgte für alle am 16. bzw. 17. November eine Exkursion ins französische Verdun.
Verdun war Schauplatz heftiger Schlachten im Verlauf des ersten Weltkriegs. Viele Tausende Menschen wurden verwundet, verstümmelt oder erlitten schwerste psychische Erkrankungen. Ganze Dörfer wurden zerstört und einige nicht wieder aufgebaut. Die sinnlose Schlacht um Verdun hat tiefe Narben in der Natur hinterlassen. So sind bis heute unzählige Granatkrater sowie tiefe Furchen der ehemaligen Schützengräben zu sehen. Die Kriegsfläche beträgt ca. 400 Quadratkilometer, welche trotz Aufforstung deutlich erkennbar und durch die Giftgasangriffe sowie den metallischen Schadstoffen der Munition dauerhaft verseucht ist.


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Heute erinnern viele Gedenkstätten an die gefallenen Soldaten. Zu Beginn des Tagesausfluges besuchten die Schüler das ehemalige Dorf Fleury. Das Dorf war schwer umkämpft und wurde im Laufe des Krieges vollständig zerstört. Durch den kriegsbedingt verseuchten Boden, wurde das Dorf nicht wieder aufgebaut. Zu sehen sind dort heute nur noch Einschlagskrater und eine Kapelle. Auch heute sollte man dort nicht die Wege verlassen, da in der Gegend noch viele Blindgänger und menschliche Knochen zu finden sind.
Anschließend wurde das Fort Douaumont, eine ehemalige Kriegsfestung, besichtigt. Das Fort war damals das größte und stärkste Bollwerk der französischen Verteidigungslinie. Es wurde von deutschen Truppen erobert und war in den nachfolgenden Kriegsjahren stets Schauplatz schwerer Kämpfe.
Danach stand das Beinhaus von Douaumont zur Besichtigung an. Bei diesem handelt es sich um eine Grabstätte für die Gebeine der gefallenen Soldaten. Im Inneren werden die Überreste von über 130.000 gefallenen nicht identifizierbaren Soldaten beider Kriegsparteien aufbewahrt. An das Beinhaus grenzt ein französischer Soldatenfriedhof mit über 16.000 Gräbern.
Zum Abschluss der Exkursion wurde ein weiterer Soldatenfriedhof besichtigt. Auf diesem sind nur Soldaten der Mittelmächte begraben. Diese Gräber wurden mit schwarzen Kreuzen versehen, um kenntlich zu machen, dass es sich um Gefallene der "feindlichen Mächte" handelt.
Im Verlauf unseres Besuches wurde uns durch die bedrückende Stimmung der Gegend und der Gedenkstätten die Grausamkeit des Krieges bewusst.

Text: Tessa Lorig; Bilder: Jonas Lingener, Sebastian Britz sowie Mareike Roth