Zeitreise ins Mittelalter - Für drei Tage verließen die Sechstklässler der Graf-Anton-Schule Wadern ihr Schul- und Elternhaus, um auf Burg Lichtenberg in die Welt der Ritter einzutauchen.

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Schullandheimaufenthalte, wie sie die Graf-Anton-Schule Wadern neben anderen Jahrgängen im
6. Schuljahr anbietet, führen aus der gewohnten Umgebung an besondere Lernorte.

Die Zeitreise hinter dem mächtigen Gemäuer der Burg startete mit einem Paukenschlag. Nicht dass die Reisegruppe mit Pauken und Trompeten begrüßt worden wäre. Ein edler Herold, in Gestalt der Geschichtswissenschaftlerin Claudia Jirka-Köcher, empfing die Menge als Leibeigene. Doch nach anfänglicher Entrüstung wurde klar, dass der edle Herold nichts Böses im Schilde führte, sondern nur Gelegenheiten bot, sich die Sporen der Ritterwürde zu verdienen. Zunächst sollte die weitläufige Burganlage erkundet werden. Als erste Prüfung erwies sich dabei die Eroberung des wuchtigen Bergfrieds. Über 140 Stufen waren zu erklimmen, bevor man auf der Schwindel erregenden obersten Ebene den Blick über die weiten Ländereien schweifen lassen konnte. Erstaunlich gewichtig waren die Helme aus den verschiedenen Epochen der Ritterzeit, die die Schüler nebst Gewand und Schwert anlegen durften. Doch nicht nur Kraft brauchte der Ritter, er musste sich auch als geschickt und klug erweisen. Bei der Herstellung des Schutzschildes gab es viele Vorschriften zu beachten. Denn ein Ritter wurde von Freund und Feind an seinem Wappen auf dem Schild erkannt. Jeder durfte nach Anleitung durch den edlen Herold ein eigenes Wappentier nach vorgegebenen Farbabstimmungen entwerfen. So gerüstet ging es zum Rittermahl. Dabei übernahmen die Lehrer die Aufgaben von Königinnen und König, die aus ihrer Gefolgschaft Mundschenk, Hofnarr und Gaukler zur Unterhaltung aller erwählten. Die angehenden Ritter nahmen ihre Prüfung so ernst, dass sie ihren königlichen Hoheiten mit ihrer Unterhaltung bis spät in die Nacht den Schlaf raubten. Weil die Elektrizität noch nicht erfunden war, belustigten sich die Zeitreisenden tags darauf mit dem selbst gestalteten Brettspiel „Burgverteidigung“, das auf den edlen Herold zurückgeht. Um wehrhaft zu bleiben, erfolgte eine ausgiebige körperliche Ertüchtigung im Turnier. Alle hatten sich bewährt, so dass ihre Ritterlichkeit am Ende der Zeitreise mit einer Urkunde und einem Schlag auf die Wange bezeugt werden konnte.